Wenn der Reeder ein Abkommen mit der Seeleute-Union Russlands unterzeichnet und es beachtet, z.B. die Löhne vollständig und rechtzeitig bezahlt, wird er Arbeitskämpfe und Forderungen der ITF vermeiden. Infolgedessen werden keine Arbeits- oder Solidaritätsaktionen gegen den Reeder in ausländischen Häfen durchgeführt. Die Zusammenarbeit der vier Parteien sieht vor, dass Bodo Ramelow am 4. März 2020 zum Ministerpräsidenten gewählt wird und eine Minderheitsregierung aus Linken, SPD und Grünen führt. Im Gegenzug wurde vereinbart, dass Neuwahlen in den Landtag erst am 25. April 2021 stattfinden sollen. Ein sogenannter “Stabilitätsmechanismus” soll in dieser Zeit für eine funktionierende Regierung sorgen: Die CDU verpflichtet sich, alle Anträge im Landtag vorher mit den Regierungsparteien zu koordinieren, um auszuschließen, dass CDU, FDP und AfD gemeinsam die Regierung blockieren. Gleichzeitig sollen sich linke, SPD und Grüne im Vorfeld mit der CDU über die Pläne einigen. Auch der Staatshaushalt für 2021 sollte auf diese Weise aufgestellt werden.

Linke, SPD und Grüne nominierten Bodo Ramelow als Kandidaten, wie es in der mit der CDU erzielten Vereinbarung heißt. Die Thüringer CDU zeigte sich nach der Landtagswahl 2019 intern uneins. Während zwei Landtagsabgeordnete und einige Kommunalpolitiker eine Annäherung an die AfD vorschlugen,[8][9] sprachen sich andere für Gespräche mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow aus. Dazu gehörte Mike Mohring, der Landesvorsitzende der CDU in Thüringen. Ende Oktober besuchte er die Bundesvorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, mit der Absicht, sich anschließend mit Ramelow zu treffen. Sie erinnerte daran, dass die CDU weiterhin die “Unvereinbarkeit der Zusammenarbeit mit der Linkspartei” betrachte und Mohrings Kontakt zu Ramelow nur eine “parlamentarische Selbstverständlichkeit” sei. [10] Bitte beachten Sie, dass es derzeit drei Arten von Tarifverträgen gibt, die von der ITF für die Reeder, die russische Seeleute beschäftigen, genehmigt wurden. Das sind: Sowohl mit dieser Vereinbarung als auch mit Kemmerichs Wahl zuvor, die eine Kooperation mit der AfD war, verstößt die CDU Thüringen gegen einen Unvereinbarkeitsbeschluss der Bundespartei, der jede Zusammenarbeit mit Linken und AfD ausschließt. Die Bundesebene der CDU lehnt den Kompromiss daher ab.

Ihr Generalsekretär Paul Ziemiak sagte, es gehe “um die […] Grundüberzeugungen und Werte [der CDU] und nicht politische Spiele.” Mike Mohring widersprach, “dass die Gruppe stabile Bedingungen nicht ablehnt und Angebote von anderen für eine stabile Situation annehmen wird”. [142] Die FDP-Fraktion beschloss, ihren Fraktions- und Landesvorsitzenden Thomas Kemmerich im dritten Wahlgang kandidieren zu lassen, falls Bodo Ramelow zuvor zweimal scheiterte. [18] Nach eigenen Angaben handelte es sich vielmehr um eine symbolische Kandidatur, um den beiden Kandidaten von links und rechts eine “bürgerliche Alternative” zu bieten. Sie wollten aber nur kandidieren, wenn die AfD auch einen eigenen Kandidaten schickte, um keine Stimmen von der AfD zu bekommen, weil sie davon ausging, dass die AfD für einen eigenen Kandidaten stimmen würde. [19] Am Tag nach der Wahl gab Kemmerich in einem Interview im Heute Journal zu, dass das Gegenteil zu erwarten gewesen wäre. Die FDP schloss jedoch jederzeit eine Zusammenarbeit oder Einigung mit der AfD aus.