Während der Einsatz von Leiharbeitnehmern beispielsweise durch einen Betriebsvertrag eingeschränkt werden kann, können andere Flexibilisierungsmaßnahmen bei der Vergütung eingeführt werden, wie die Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden für einen begrenzten höheren Anteil der Arbeitnehmer. Wenn Leiharbeitnehmer nicht die gleichen Löhne und Arbeitsbedingungen wie Dauerbeschäftigte genießen, kann der Betriebsrat dagegen einwenden, dass sie in Zukunft eingesetzt werden. Eine Härtefallklausel ermöglicht es Unternehmen im Geschäftsbankensektor, vorübergehend von kollektiv vereinbarten Standards abzuwählen, wenn sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens stark verschlechtert hat und eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen gefährdet ist. Die maximale Veränderung darf 8 % des festgelegten kollektiven Standards nicht überschreiten. Der Betriebsrat sowie die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) und der arbeitgeberverband der privaten Bankengewerbes (AGV Banken) müssen dem Antrag der Geschäftsführung zustimmen, damit die Ausnahmeregelung in Kraft tritt. Je nach Leistung der Unternehmen können die regelmäßigen jährlichen Bonuszahlungen in einigen Sektoren des verarbeitenden Gewerbes sowie im Sektor der Geschäftsbanken variieren (siehe Tabelle 4). In der Regel legen die Geschäftsführung und der Betriebsrat, falls vorhanden, die genaue Höhe des Jahresbonus ab. Besteht kein Betriebsrat, so ermöglichen die Tarifverträge Vergleiche mit einzelnen Arbeitnehmern oder alternative Formen der Arbeitnehmervertretung. Letztere wurden in vielen Unternehmen gegründet (DE0707049I).

Der BDA und mehrere Arbeitgeberverbände auf Branchenebene, wie Z. Gesamtmetall, betonen, dass Mehrarbeitgebervereinbarungen einen zunehmenden Anteil variabler Zahlungen enthalten sollten, deren tatsächliches Niveau auf Unternehmensebene vereinbart werden sollte. Sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Banken- und Versicherungssektor gibt es keine verlässlichen Informationen über Fälle, in denen Unternehmen ohne Genehmigung von einem Tarifvertrag abweichen. Darüber hinaus gilt eine allgemeine Einschränkung. Die Ergebnisse des IAB-Betriebspanels zeigen, dass im Jahr 2005 Manager in fast 23% (16%) von Betrieben in West-(Ost-Deutschland, die unter einen Tarifvertrag fallen, nicht einmal wussten, ob eine Öffnungsklausel angewandt werden kann. Die Reaktionen von Arbeitnehmern oder Betriebsräten in anderen Erhebungen könnten durch einen ähnlichen Mangel an Wissen (insbesondere in kleinen Unternehmen) verwischt werden. Die Tarifverträge im öffentlichen Dienst sehen vor, dass seit dem 1. Januar 2007 ein leistungsabhängiges VPS umgesetzt werden muss. Am Ende soll das Volumen der VPS 8% der Lohnsumme betragen. Die Inflationsrate in Deutschland lag 2014 bei 0,9 Prozent. Anfang des Jahres schloss die IG BCE einen Tarifvertrag für 13.000 Steinkohlenbergleute auf der Ebene von 3,6 Prozent und einer einmaligen Pauschale von 600 Euro, während die Gewerkschaft kürzlich eine Lohnerhöhung von 5 Prozent für 50.000 Beschäftigte in 150 Papierunternehmen für einen Zeitraum von 12 Monaten erzielte.